Winterlicher Wärmeschutz

Energieeffizienz

Das wichtigste Planungsziel beim Einsatz von Wärmeschutzglas ist die Energieeffizienz des Gebäudes, wie sie durch die Energieeinsparverordnung EnEV in Deutschland vorgeschrieben ist. Mit den Ug-Werten eines modernen Zweifach-Isolierglases von bis zu 0,9 W/(m²K) lassen sich die Forderungen der EnEV sowohl bei Neubauten als auch bei bestehenden Gebäuden in den meisten Fällen sicher und einfach erfüllen.

Energieeinsparung ist jedoch nicht nur eine Frage gesetzlicher Vorgaben, sondern auch von allgemeiner Umweltverantwortung und persönlicher Kostenreduzierung. Je weniger Raumwärme durch die Fenster und speziell ihre Verglasungen in der Heizperiode entweichen kann, desto weniger fossile Brennstoffe müssen für die erneute Erwärmung der Räume verbrannt werden. Das senkt zum einen den Ausstoß des Treibhausgases CO2 und verringert zum anderen die Heizkosten.

Die gesellschaftlichen und die persönlichen Vorteile energieeffizienter Gebäude ergänzen sich also in idealer Weise, weshalb immer mehr Bauherren bei ihren Projekten höhere Anforderungen an den Wärmeschutz stellen als die EnEV.

Für solche Niedrigenergiehäuser, z.B. nach den verschiedenen Effizienzstandards der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder nach dem Passivhaus-Standard, wird heute zunehmend Dreifach-Isolierglas verwendet.

Für Dreifach-Isolierglas ist Ug = 0,5 W/(m²K) Stand der Technik, mit der entsprechenden Gasfüllung werden in der Spitze sogar 0,2 W/(m²K) erreicht. Damit ist die Verglasung zu einem hoch wärmedämmenden Bauteil geworden, dessen Wärmeschutz durchaus mit Massivbaustoffen vergleichbar ist.

Behaglichkeit

Für den verstärkten Einsatz von Dreischeiben-Isolierglas spricht neben der besseren Energieeffizienz auch die deutlich gesteigerte thermische Behaglichkeit in den Räumen. Die Glasscheiben haben eine höhere Oberflächentemperatur und entziehen den Körpern der Menschen im Raum dadurch weniger Wärmestrahlung. Gleichzeitig wird der Kaltluftabfall vor der Verglasung verhindert, der zu unangenehmen Luftströmungen führt. Diese werden subjektiv wie Zugluft wahrgenommen.

In einer Untersuchung konnte das ift Rosenheim nachweisen, dass im Hinblick auf die Behaglichkeit tatsächlich ein messbarer Vorteil durch eine 3fach-Verglasung entsteht. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Differenz zwischen Luft- und Glas-Oberflächentemperatur, die für Wohlbefinden und Wohnlichkeit nicht mehr als 3 Grad betragen sollte. In der Untersuchung konnte bei 20 °C Raumtemperatur und -10 °C Außentemperatur eine Oberflächentemperatur des Dreifach-Isolierglases von 17,7 °C ermittelt werden, also deutlich weniger als 3 Grad Differenz.