Convenience Glazing

Ganzheitlich Planen mit Isolierglas

Sei es die gewünschte effektive Wärmedämmung oder der farbnuancierte Sonnenschutz für die Glasfassade – moderne Funktionsgläser sind entsprechend den jeweiligen technischen wie auch ästhetischen Anforderungen auszuwählen. Ein schlüssiges Verglasungskonzept ist daher unverzichtbar und berücksichtigt neben energetischen Aspekten auch die Tageslichtsituation im Innenraum und das äußere Erscheinungsbild, den „Street Appeal“. Aufgrund der breiten Produktpalette der Industrie ist ein hohes Maß an Planungskompetenz bei der Auswahl des passenden Isolierglases erforderlich.

Im Wesentlichen stehen Architekten und Planern drei Produktgruppen zur Verfügung: Hochwärmedämmendes Isolierglas, Sonnenschutzglas und Kombischutzglas. Doch auch die Spitzenprodukte dieser Gruppen können ein ausgewogenes Energiekonzept nicht ersetzen, da selbst ihnen physikalische Grenzen gesetzt sind. Vor allem bei großflächigen Verglasungen ist die Wahl des richtigen Isolierglases komplex. Beim sommerlichen Wärmeschutz beispielsweise, stellt der Gesetzgeber laut Energieeinsparverordnung (EnEV) ab einem Fensterflächenanteil von 30 Prozent besondere Anforderungen. Zudem fordert die EnEV klimatisierte Nicht-Wohngebäude so auszustatten, dass sie eine möglichst niedrige Kühlleistung benötigen (DIN 4108, Teil 2). Gerade bei Bürohäusern ist der Wahl der Gebäudehülle deshalb besondere Bedeutung beizumessen.

Standortfaktor Himmelsrichtung

In gemäßigten Breitengraden kommt bei Nordfassaden nur die indirekte Sonneneinstrahlung zum Tragen. Es empfiehlt sich eine Verglasung mit sehr guten wärmedämmenden Eigenschaften und bestmöglicher Lichttransmission. Technologisch ausgereifte Produkte wie zum Beispiel SILVERSTAR EN2plus überzeugen hier mit U-Werten von 1,1 W/m2K, einer Lichtdurchlässigkeit von 82 Prozent und einer äußerst farbneutralen Ansicht.

Umfangreicher gestaltet sich die Planung von Südfassaden. Hier kann intensive Sonneneinstrahlung zu thermischen Belastungen im Gebäude führen. Die Sonne steht hier jedoch meist so hoch am Himmel, dass die Beleuchtungsstärke (Lux) in tiefen Räumen nicht immer ausreichend ist. Hinzu kommt: Vor allem in kühleren Monaten sind oftmals passivsolare Energiegewinne erwünscht. Je nach Intention ist daher die passende Verglasung zu wählen. Das SILVERSTAR COMBI Neutral 51/26 ermöglicht beispielsweise einen 50-prozentigen Lichtdurchlass sowie eine Verringerung der Wärmestrahlung auf 27 Prozent des Maximalwertes (nach DIN EN 410). Neben diesem Sonnenschutz sind Beeinträchtigungen durch Sonnenblendung zu berücksichtigen. Insbesondere in südlichen Ländern sind mechanische Sonnenschutzeinrichtungen daher von Vorteil.

Noch anspruchsvoller stellt sich die Glasauswahl bei Innenräumen mit Ost- oder Westausrichtung dar. Morgens und nachmittags erreicht die im Sommer niedriger und lange stehende Sonne die höchste Einstrahlungsintensität. Insbesondere westorientierte Fassaden sind an warmen Sommertagen zusätzlich zur hohen Außentemperatur einer langen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Bei Bürohäusern ist daher der Einsatz einer Kombi-Verglasung wie zum Beispiel dem SILVERSTAR COMBI Neutral 70/35 mit einem hohem Lichtdurchlass von 70 Prozent und einem niedrigen g-Wert von 37 (DIN EN 410) empfehlenswert.

„Convenience Glazing“ berücksichtigt alle relevanten Parameter bei der Auswahl des richtigen Isolierglases wie zum Beispiel die Ausrichtung des Gebäudes oder die Klimazone. Selbst die Verschattung durch Nachbargebäude oder Baumbewuchs verändert die ganzheitliche Planung maßgeblich.

Bauaufgaben individuell lösen

Ein extremes Beispiel für die Besonderheiten einzelner Bauaufgaben sind Gebäude in alpinen Höhenlagen: Strenger Dauerfrost macht hier im Winter Fensterscheiben mit effizienter Wärmedämmleistung unverzichtbar. Gleichzeitig verstärkt sich die Sonneneinstrahlung durch die zusätzliche Reflexion des Schnees. Unter diesem Gesichtspunkt eignet sich eine Verglasung, die optimal vor der Energieeinstrahlung schützt.

Ein anderes Beispiel sind Passivhäuser mit der Sonne zugewandten Glasflächen, hier ist ein vergleichsweise hoher Gesamtenergiedurchlasswert (g-Wert) erwünscht. Bei dieser Anwendung sollten Planer ein Wärmedämmglas mit niedrigem U-Wert und hohem Energiedurchlass bevorzugen, da es eine optimale Energiebilanz erzielt. Sonnenschutzgläser mit niedrigen g-Werten sind hier weniger empfehlenswert.