Verglasungsaufbau

Die Anzahl der Scheiben hat großen Einfluss auf die wärmetechnische Qualität von Isolierglas. Wurde lange Zeit fast ausschließlich Zweifach-Isolierglas verwendet kommt es in den letzten Jahren vor dem Hintergrund der verschärften gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden zunehmend zum Einsatz von Dreifach-Isolierglas. Neben veredelten Floatgläsern können auch Einscheiben-Sicherheitsgläser in Isolierglas verarbeitet werden.

Die Scheiben sind je nach Anwendung der Verglasung meist 4 bis 8 mm dick und haben Scheibenzwischenräume von 10 bis 16 mm. Diese Maße werden oft als Ziffernfolge für die Charakterisierung von Isolierglas verwendet: 4/12/4/12/4 bedeutet dann beispielsweise eine Dreifach-Verglasung aus drei 4 mm dicken Scheiben mit zwei 12 mm Scheibenzwischenräumen. Optional kann für den Zwischenraum auch die verwendete Gasfüllung angegeben werden.

Statt getrockneter Luft wie bei den ersten Isolierglasfenstern befinden sich heute Edelgase im Scheibenzwischenraum. So weist zum Beispiel das Edelgas Argon eine deutlich bessere wärmedämmende Wirkung auf als Luft. Mit einer Füllung aus Krypton kann die verringerte Wärmeleitung mit kleineren Scheibenzwischenräumen erreicht werden. Der Vorteil sind geringere Gesamtdicken des Isolierglases, die für die Auswahl der Rahmenprofile und den architektonischen Eindruck der Fenster Bedeutung haben. Die typischen Elementdicken bei Zweifach-Isolierglas betragen 18 bis 24 mm. Dreifach-Isolierglas liegt in Größenordnungen von 32 bis 48 mm.

Die im Magnetron-Verfahren aufgebrachten Beschichtungen der Glasscheiben beeinflussen nicht nur durch ihre Art und Dicke die Eigenschaften von Isolierglas, sondern auch durch ihre Position im Verglasungsaufbau.

Für eine eindeutige Produkt- und Funktionsbeschreibung werden die Positionen von außen nach innen nummeriert.

Für Zweifach-Isolierglas kommen vier Positionen in Frage:

  • Position 1: Außenseite der äußeren Glasscheibe
  • Position 2: Innenseite der äußeren Glasscheibe
  • Position 3: Außenseite der inneren Glasscheibe
  • Position 4: Innenseite der inneren Glasscheibe

Für Dreifach-Isolierglas werden sechs Positionen unterschieden:

  • Position 1: Außenseite der äußeren Glasscheibe
  • Position 2: Innenseite der äußeren Glasscheibe
  • Position 3: Außenseite der mittleren Glasscheibe
  • Position 4: Innenseite der mittleren Glasscheibe
  • Position 5: Außenseite der inneren Glasscheibe
  • Position 6: Innenseite der inneren Glasscheibe

Schichten auf der äußersten Position 1 erreichen hohe Reflexionsgrade. Sie können sich jedoch mit einem erhöhten Spiegeleffekt auf das optische Erscheinungsbild auswirken und haben zudem ein erhöhtes Beschädigungsrisiko durch Umwelteinflüsse. Häufig werden darum Position 2 und bei Bedarf weitere Positionen innerhalb des Verglasungsaufbaus für die Beschichtungen gewählt. Die Lichtreflexion auf der äußeren Glasoberfläche ist dadurch ebenso geringer wie der Reinigungsbedarf und Beschädigungsrisiko. Bestimmte Beschichtungen können zudem nur auf der geschützten Position 2 eingesetzt werden.