Kennwerte für Isoliergläser

Die wichtigsten bauphysikalischen Kennwerte von Isolierglas sind die beiden Größen:

  • Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)
  • Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

Für Sonnenschutz- und Kombischutzgläser haben außerdem Bedeutung:

  • Lichttransmissionsgrad LT
  • b-Faktor
  • Selektivitätskennzahl S
  • Allgemeiner Farbwiedergabeindex Ra


U-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient U ist das Maß für den Wärmeverlust eines Bauteils. Er gibt an, wie viel Wärme (Einheit: W für Watt) auf einem Quadratmeter Bauteil () bei einer Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von einem Grad (Einheit: K für Kelvin) verloren geht. Für Verglasungen wird U mit dem Index g angegeben, also Ug in der Einheit W/(m²K).

Kleinere U-Werte bedeuten einen geringeren Wärmedurchgang und damit weniger Wärmeverluste.

Moderne Zweifach-Isoliergläser erreichen heute U-Werte von 0,9 W/(m²K). Für Dreifach-Isoliergläser ist Ug = 0,5 W/(m²K) Stand der Technik, mit der entsprechenden Gasfüllung werden in der Spitze sogar 0,2 W/(m²K) erreicht. Damit ist die Verglasung zu einem hoch wärmedämmenden Bauteil geworden, dessen Wärmeschutz durchaus mit Massivbaustoffen vergleichbar ist.

g-Wert

Der g-Wert gibt an, wie viel Energie der auftreffenden Sonnenstrahlung durch die Verglasung ins Rauminnere gelangt. Der Zahlenwert Null steht für überhaupt keinen Energiedurchgang, der Zahlenwert 1 für einen vollständigen Energiedurchgang ohne jeden Verlust. Diese Extremwerte haben jedoch nur theoretische Bedeutung, in der Praxis liegt der Wert stets dazwischen und wird gelegentlich auch in Prozent angegeben: g = 0,6 = 60 %. Der g-Wert hat keine Einheit.

Lichttransmissionsgrad LT

Er bezeichnet den prozentualen Anteil der Sonnenstrahlung im Bereich des sichtbaren Lichtes, der von außen nach innen von einer Verglasung durchgelassen wird. Der Wert ist unter anderem vom Beschichtungssystem abhängig, die dafür optimiert werden können, die Sonnenstrahlung nach Licht und Wärmeenergie zu selektieren.

b-Faktor

Der b-Faktor ist der Quotient aus dem Gesamtenergiedurchlassgrad g einer Verglasung und dem Gesamtenergiedurchlassgrad eines unbeschichteten Isolierglases (hierfür konstant mit 80 % angesetzt). Der b-Faktor ist also ein Maß für die Sonnenschutzwirkung.

Beispiel: Ein Sonnenschutzglas mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad von 22 % nach EN 410 hat einen b-Faktor von 0,28, denn 0,22 / 0,80 = 0,28

Selektivitätskennzahl S

Mit der Selektivitätskennzahl wird das Verhältnis der Lichtdurchlässigkeit zum Gesamtenergiedurchlassgrad gekennzeichnet. Die Kennzahl S bewertet damit Sonnenschutzgläser in Bezug auf den erwünschten hohen Lichtdurchlass bei gleichzeitig möglichst niedrigem Gesamtenergiedurchlassgrad. Eine hohe Selektivitätskennzahl drückt ein günstiges Verhältnis aus.

Selektivitätskennzahl = Lichttransmissionsgrad / Gesamtenergiedurchlassgrad
S = LT / g

Allgemeiner Farbwiedergabeindex Ra

Mit dem Farbwiedergabeindex werden Farbveränderungen von Gegenständen, die sich hinter dem beschichteten Wärmeschutzglas befinden, verglichen. Für die technische Prüfung wird eine Normlichtquelle verwendet. Die Skala für Ra reicht bis 100. Der maximal mit einer Verglasung erreichbare Ra-Wert ist 99.