Entwicklung von Isolierglas

Vorgeschichte

Glas ist ein guter Wärmeleiter, weshalb die in unserem Kulturraum ab dem Mittelalter aufkommende einfache Verglasung von Fenstern zwar die Witterung in Form von Wind und Niederschlägen von den Innenräumen fernhalten konnte, aber kaum die Kälte im Winter.

Bei den im 19. Jahrhundert aufkommenden Kastenfenstern wurde erstmals die Idee verwirklicht, für einen besseren Schutz gegen die Kälte zwei Scheiben statt einer einfachen Verglasung zu verwenden. Aus dem Kastenfenster entstand später das Verbundfenster, bei dem die beiden hintereinander angeordneten Flügel miteinander verschraubt sind, sodass sich das doppelte Fenster mit nur einem Handgriff öffnen ließ.

Am bauphysikalischen Grundprinzip ändert dies jedoch nichts: Es handelt sich bei Kasten- und Verbundfenstern praktisch um zwei hintereinander gebaute Fenster, deren Luftzwischenraum wärmedämmend wirkt. Durch Fugen und unvermeidliche Undichtigkeiten findet jedoch ein Luftaustausch vom Zwischenraum in die Umgebung statt, was den Wärmeschutz herabsetzt und zum Beschlagen der Scheiben führen kann. Diese Nachteile konnte erst das Isolierglas mit seinem grundsätzlich anderen Aufbau vermeiden.