Beschichtung

Magnetron-Beschichtung

Für die Beschichtung von Isolierglas mit lichtdurchlässigen, wärme- oder lichtreflektierenden Schichten hat sich weltweit das Hochvakuum-Magnetron-Verfahren durchgesetzt. Dabei werden dünnsten Metall- oder Metalloxidschichten von 1/100 bis 1/10 Mikrometer Dicke elektromagnetisch und unter Hochvakuumbedingungen aufgetragen (gesputtert).

Die hochfeinen Beschichtungen – in Millimetern ausgedrückt handelt es sich um 0,0001 mm und weniger – sind außerordentlich farbneutral und darum optisch kaum wahrnehmbar. Sie beeinflussen jedoch ganz wesentlich die Reflexion, Transmission und Absorption der auf ein Fenster treffenden Licht- und Wärmestrahlung. Sowohl die Art und Dicke der Beschichtung als auch die Positionen der beschichteten Glasscheiben im Isolierglasaufbau bestimmen die Durchlässigkeit des Isolierglases für Tages- bzw. Sonnenlicht und Wärmestrahlung in bestimmten Wellenbereichen.

Schichtdesign

Das Schichtsystem für die Low-E-Beschichtungen (Low-Emissivity = niedrige Emissivität = niedrige Wärmeabstrahlung) der Wärmedämm-Verglasungen hat die Eigenschaft, den kurzwelligen Strahlungsanteil der Sonnenenergie beinahe ungehindert durchzulassen, die langwellige Strahlung von Heiz- oder Körperwärme hingegen zu reflektieren. Die Scheibe wird damit für den größten Teil der Heizstrahlung undurchlässig, wodurch die Wärme im Raum bleibt und der Energieverlust deutlich sinkt.

Andere Beschichtungen werden für die gezielte Beeinflussung der Eigenschaften von Sonnenschutzglas verwendet. Sie steuern durch reflektierende Wirkung vor allem die Lichtdurchlässigkeit und den Energiedurchgang. Aber auch das optische Erscheinungsbild der Fenster oder Fassaden lässt sich mit spezifischen Beschichtungen bewusst gestalten, etwa indem Gläser mit geringer Außenreflexion oder gerade umgekehrt mit stark reflektierender Außenansicht in den unterschiedlichsten Farben hergestellt werden.

Beschichtungen können an verschiedenen Positionen im Isolierglasaufbau eingesetzt, aber auch unmittelbar übereinander appliziert werden. Innovative Spitzenverglasungen weisen bis zu 20 verschiedene hauchdünne Funktionsschichten auf. Insgesamt ergibt sich eine Vielzahl von Beschichtungsvarianten, mit denen durch gezielte Glasveredelung hocheffiziente Wärmedämmgläser oder hochselektive Sonnenschutzgläser entstehen.