Winterlicher Wärmeschutz

Vorteil kleiner U-Werte – Das Wärmeschutzglas

Für den winterlichen Wärmeschutz eines Fensters oder einer Glasfassade hat die Wärmedämmung des Wäremschutzglases herausragende Bedeutung. Der Wärmedurchgangskoeffizient U soll möglichst niedrig sein, um wenig Wärmeverluste und eine hohe Energieeffizienz zu erreichen. Denn die nach außen abgegebene Wärme muss innen mit erneutem Einsatz von Heizenergie – und damit mit zusätzlichen Kosten und Umweltbelastungen – wieder ersetzt werden. Ein niedriger U-Wert des Wärmeschutzglases stellt außerdem hohe Oberflächentemperaturen an der Glasoberfläche sicher, was die Behaglichkeit im Raum erhöht und die Gefahr von Tauwasserausfall (Schwitzwasser) vermindert.

Wärmegewinne mit großen g-Werten

Modernes Wärmeschutzglas reduziert nicht nur Wärmeverluste, es trägt über die passiven solaren Wärmegewinne sogar zur Erwärmung des Raums durch die Sonneneinstrahlung bei – kostenlos und umweltverträglich. Beim Auftreffen auf Gegenstände im Raum (Möbel, Fußboden, Innenwände) wird die langwellige Lichtstrahlung in Wärme umgewandelt, die wegen des niedrigen U-Werts nicht mehr durch das Fenster zurück kann und so in erheblichem Maß zur Erwärmung des Raums beitragen kann. Für möglichst hohe passive solare Wärmegewinne im Winter ist ein großer Gesamtenergiedurchlassgrad g des Wärmeschutzglases wünschenswert, der den prozentualen Anteil der eingestrahlten Sonnenenergie, der durch das Wärmeschutzglas hindurch in den Raum gelangt, beschreibt.

Wärmegewinne rechnerisch berücksichtigen

Die Energieeinsparverordnung EnEV gibt den Rahmen vor, mit dem die solaren Gewinne in die Wärmebedarfsberechnung des Gebäudes einbezogen werden können. Das Rechenverfahren nach DIN V 4108 Teil 6 berücksichtigt die Erwärmung durch Solarstrahlung bei den Wärmegewinnen Qi. Diese fließen unter Einbeziehung des Ausnutzungsgrades, der die konkrete bauliche Situation abbildet, in die Gesamtenergiebilanz ein. Die Gewinne dürfen sowohl im vereinfachten als auch im Monatsbilanz-Verfahren nach DIN V 4108-6 mit den Verlusten verrechnet werden. Davon haben Bewohner und Betreiber der Gebäude einen mehrfachen Nutzen: Die Sonneneinstrahlung senkt den Heizenergieverbrauch und damit den Heizkostenaufwand. Gleichzeitig kann der Aufwand für die Wärmedämmung zum Beispiel der Wände u.U. kostensparend reduziert werden, ohne dass sich die Energieeffizienz deshalb verschlechtert.